Was beim Bemalen wirklich passiert
Der Sarg steht geschlossen im Raum, und ich lege alles bereit: Filzstifte, Eddings, Wassermalfarben, Acrylfarben, Pinsel. Oft läuft die Lieblingsmusik des Menschen, von dem ihr euch verabschiedet. Und dann geschieht meist dasselbe: Am Anfang ist es still, es fließen Tränen. Doch mit jedem Strich verändert sich etwas. Es kommt Bewegung in den Raum, ihr fangt an, Geschichten zu erzählen, zu lachen, euch zu erinnern. Die Trauer wird für einen Moment ein Stück leichter zu tragen.
Und wenn die Schwere bleibt, ist das genauso richtig. Ich dränge niemanden zur Farbe. Beides darf sein.
Warum gerade Kinder das brauchen
Am meisten liegen mir die Familien mit Kindern am Herzen, besonders, wenn eine Mama oder ein Papa gestorben ist. Kinder haben ein Recht auf einen Abschied, der zu ihnen passt: liebevoll, bunt, in ihrer eigenen Sprache. Ein Regenbogen, eine Sonne, ein Herz, ein „Ich hab dich lieb“ in Kinderschrift. Das ist kein Verharmlosen des Todes. Das ist ein Kind, das seine Liebe zeigen darf.
Manche kleben ein Foto auf, andere geben einen letzten Brief mit oder hinterlassen einen Hand- oder Fingerabdruck. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Es gibt nur euch und das, was sich für euch stimmig anfühlt.
Ein Fahrschein für den Himmel
Eine Familie hat das bemalte Design einmal einen „Fahrschein für den Himmel“ genannt, und dieses Bild ist mir geblieben. Die Farben spiegeln sich im Sonnenuntergang, so erzählen es sich viele, und geben Halt und Zuversicht. Ein bunter Sarg nimmt dem Abschied nichts von seiner Würde. Er gibt ihm etwas hinzu.
Auch die Urne dürft ihr gestalten
Das Bemalen ist nicht nur beim Sarg möglich. Viele Familien gestalten auch die Urne, meist zu Hause und ganz in Ruhe, ohne dass wir dabei sein müssen. Lieblingstiere, Blumen, ein Foto, kleine Fingerabdrücke: Ich habe schon die wundervollsten Urnen gesehen, in denen so viel Liebe steckt.
Ihr müsst das nicht alleine entscheiden
Wenn ihr spürt, dass ein bunter Abschied zu euch passen könnte, sprecht mich einfach an. Wir schauen gemeinsam, was möglich ist, ob im Krematorium Perleberg, in einer Feierhalle in Rostock oder bei euch zu Hause übers Wochenende. Ich bin rund um die Uhr für euch da. Ruft mich an. Ich höre euch zu.
Christine Schombach
Sargbemalung
Bei einer Sargbemalung gestalten Angehörige den geschlossenen Sarg selbst, mit Farben, Motiven und persönlichen Worten. Trauer bekommt dabei buchstäblich Farbe. Es ist ein besonderer Abschiedsmoment, der in der Regel ein bis zwei Stunden dauert.
Besonders für Familien mit Kindern, etwa wenn ein Elternteil verstirbt. Kinder haben ein Recht auf einen liebevollen, bunten Abschied. Das gemeinsame Gestalten gibt ihnen und den Erwachsenen einen Weg, die eigene Trauer auszudrücken, jeder auf seine Weise.
Der Sarg steht geschlossen im Raum. Wir stellen alles bereit, was Sie zum Gestalten brauchen: Filzstifte, Eddings, Wassermalfarben, Acrylfarben und Pinsel. Oft läuft dabei die Lieblingsmusik der verstorbenen Person.
Beliebte Motive sind Regenbogen, Sonne, Sterne, Herzen und Wolken, dazu Schriftzüge wie „Ich liebe dich“ oder „Du fehlst uns“. Ergänzend können Sie private Fotos aufkleben, einen letzten Brief mitgeben oder Finger- und Handabdrücke hinterlassen.
Eine Sargbemalung ist an verschiedenen Orten möglich: im Krematorium Perleberg, in Feierhallen in Rostock sowie in Ihrer eigenen Häuslichkeit, zum Beispiel in der Garage über ein ganzes Wochenende.
Ja. Urnen werden häufig zu Hause bemalt, ganz in Ruhe und ohne Begleitung unseres Teams. Viele Familien gestalten sehr kreativ, mit Lieblingstieren, Blumen, Fotos oder Fingerabdrücken.
Ein bemaltes Design wird oft als „Fahrschein für den Himmel“ verstanden. Die Farben spiegeln sich im Sonnenuntergang wider und geben Halt und Zuversicht. Während des Bemalens verändert sich häufig die Atmosphäre im Raum: aus Stille und Tränen werden Bewegung, geteilte Erinnerungen und ein leichteres Tragen der Trauer. Und wenn der Raum schwer bleibt, ist auch das willkommen. Beides darf sein. Trauer muss nicht nur schwarz sein.