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Bestattungsvorsorge: Heute schon an morgen denken

Warum ich meine eigene Bestattung längst geregelt habe

Wir Menschen können alles planen. Den nächsten Urlaub, die neue Couch, wie das Haus einmal aussehen soll. Nur über eine Sache sprechen wir nicht, obwohl sie sicherer ist als jeder Urlaub: dass wir eines Tages sterben werden. Ich bin Bestatterin, und ich habe meine eigene Bestattungsvorsorge längst geregelt. In diesem Beitrag möchte ich erzählen, warum.

Warum ich mich selbst damit auseinandergesetzt habe

Ich trage Verantwortung für ein minderjähriges Mädchen. Wenn ich gehe, bekomme ich die Tränen, die Trauer und den Schmerz meiner liebsten Menschen nicht mehr mit. Genau deshalb wollte ich ihnen die schweren Entscheidungen abnehmen, solange ich es noch selbst kann.

Auch mir sind die Tränen gelaufen, als ich alles aufgeschrieben habe. Man spricht über den eigenen Tod, über die eigene Vergänglichkeit. Ich habe mich mit den Menschen an einen Tisch gesetzt, die meine Bestattung einmal durchführen werden. Ich habe meine Wünsche geäußert und wir haben zusammen geweint. So habe ich den Menschen in die Augen geschaut, die das eines Tages für mich regeln. Man stumpft in diesem Beruf nicht ab. Man ist nur strukturierter für andere, die fassungslos davorsitzen.

Wie viele Fragen plötzlich anstehen

In meiner Arbeit erlebe ich, wie viele Fragen auf einmal anstehen, wenn nichts geregelt ist. Feuer oder Erde? Friedhof, See, Ruheforst oder ein Baum des Lebens? Urnengrab oder Urnengemeinschaftsanlage, anonym oder mit Namen, mit Platz für die Familie? Welche Urne, vielleicht bemalt, in einer Lieblingsfarbe? Welche Blumen, welche Farben, bei einer Seebestattung sind es oft nur Blütenblätter. Soll es eine Diashow geben, einen Redner, ein Gedicht, einen Pastor und an welchem Ort: in der Trauerhalle, draußen auf dem Friedhof, im Wald, auf dem Schiff oder zu Hause im Garten? Dazu kommt ein ganzer Rattenschwanz an Dokumenten und Bürokratie, den Menschen in der Trauer kaum greifen können. Wer all das vorab festhält, muss diese Last nicht im schwersten Moment tragen.

Über Tabus, die ich gern aufbreche

Manche Wünsche gelten noch als Tabu, dabei sind sie kostbar. Eine Aufbahrung zum Beispiel, bei der die Familie am Sarg stehen und liebevoll Abschied nehmen darf. Ich bin überzeugt, dass Trauer Raum und Zeit braucht und in vielen Fällen können wir das fachmännisch möglich machen. Auch die Einäscherung darf man begleiten. Der Sarg wird mit Musik eingefahren, dann schließt sich der Raum. Es ist nichts Schlimmes dabei und man darf seinen liebsten Menschen ein Stück auf der letzten Reise begleiten.

Was ich für mich festgehalten habe

Ich möchte eine japanische Zierkirsche werden, mit einer Trauerfeier. Meine Traueranzeige habe ich selbst gestaltet, meine Musik ist fertig. Ich wünsche mir eine Diashow, damit die Menschen sehen, wer ich war und wie ich mein Leben gelebt habe. Mit lustigen Bildern, mit nachdenklichen, mit Menschen, die mir auf meiner Reise nahestanden.

Geregelt habe ich auch, wer sich um mein Kind kümmert, mit Sorgerecht, Erbrecht und einem Testament. Und weil zu meinem Leben zwei Hunde gehören, ist auch festgehalten, dass sie in gute Hände kommen.

Vorsorge ist mehr als die Bestattung allein

Vor dem Tod kann ein Leidensweg liegen. Deshalb gehören auch eine Betreuungsverfügung, eine Pflegeverfügung und eine Patientenverfügung in den Vorsorgeordner. Ein großes Thema ist der digitale Nachlass: An unsere Passwörter und E-Mail-Konten kommt sonst niemand heran, obwohl auch das geregelt sein müsste.

Erbe und Bestattungspflicht sind zweierlei

Die Bestattungspflicht ist ein Gesetz. Wer bestattungspflichtig ist, muss sich auch um die Kosten kümmern. Das heißt aber nicht, dass diese Person automatisch erbt. Meine Tochter wäre als Erbin eingetreten. Ich habe stattdessen Menschen aus meinem Umfeld benannt, die für mich bestattungspflichtig sind, damit mein minderjähriges Kind sich darum nicht kümmern muss. Hätte ich das nicht getan, müssten meine Tochter oder meine Eltern entscheiden, vielleicht ganz anders, als ich es mir gewünscht hätte.

Was eine Bestattung kostet

Je nach Wünschen liegt eine Feuer-Bestattung zwischen 5.000 und 8.000 Euro, eine Erdbestattung mittlerweile bei fast 10.000 Euro. Wir versichern Haftpflicht, Auto, sogar unsere Tiere. Eine Lebens- oder Sterbegeldversicherung haben die wenigsten, oft mit dem Gedanken: Vielleicht trifft es mich ja nicht. Möchte ich wirklich, dass die Menschen, die mich lieben, in ihrer Trauer auch noch das Finanzielle stemmen müssen?

Mein Appell

Nehmt euren Liebsten den Druck. Kümmert euch darum. Es ist nicht das neue Auto, das ganz sicher kommt, und nicht der nächste Urlaub. Im schlimmsten Fall sitzen die Menschen, die euch am nächsten standen, ganz plötzlich beim Bestatter und müssen alles regeln. Geht reflektiert durchs Leben, seid euch bewusst, dass dieser Tag kommt, und übernehmt die Verantwortung dafür, dass auch danach alles geregelt ist.

Ich begleite euch dabei. Alles zur Bestattungsvorsorge findet Ihr auf unserer Leistungsseite, erste Hilfe im Ernstfall unter Erste Hilfe im Trauerfall. Sprecht uns an, wir sind 24 Stunden für euch da.

Bestattungsvorsorge

Mit einer Bestattungsvorsorge legen Sie zu Lebzeiten Ihre persönlichen Wünsche schriftlich fest und entlasten so Ihre Angehörigen. Auf Wunsch hinterlegen wir Ihre Vorsorgevereinbarung sicher bei uns. Auch eine finanzielle Vorsorge über ein Treuhandkonto ist möglich – wir beraten Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

In eine Bestattungsvorsorge gehören die Bestattungsart, die Grab- und Urnenwahl, die Gestaltung der Trauerfeier mit Musik, Blumen und Ort sowie die nötigen Dokumente wie Geburts- und Eheurkunde oder Rentennummer. Auch Wünsche zur Aufbahrung, zur Begleitung der Einäscherung und zu Erinnerungsstücken werden festgehalten.

Die Bestattungspflicht ist gesetzlich geregelt und legt fest, wer eine Bestattung veranlassen und die Kosten tragen muss. Das ist nicht dasselbe wie das Erbe. Eine Person kann bestattungspflichtig sein, ohne automatisch zu erben.

Ja. Über die Bestattungsvorsorge können Sie die Bestattungspflicht bewusst an eine selbst gewählte, vertrauenswürdige Person übertragen. So lässt sich zum Beispiel ein minderjähriges Kind entlasten.

Je nach Wünschen liegt eine Feuer - Bestattung zwischen 5.000 und 8.000 Euro, eine Erdbestattung mittlerweile bei fast 10.000 Euro. Eine Lebens- oder Sterbegeldversicherung haben die wenigsten, dabei entlastet eine finanzielle Absicherung die Angehörigen spürbar.

Ja. Eine Betreuungsverfügung, eine Pflegeverfügung und eine Patientenverfügung gehören ebenso in den Vorsorgeordner wie der digitale Nachlass. Passwörter und Zugänge zu E-Mail-Konten sollten dokumentiert sein, weil sonst niemand darauf zugreifen kann.

Ja. Trauerhaus Seelenfrieden bietet persönliche Beratungsgespräche zur Bestattungsvorsorge an und geht das Thema in Ruhe mit Ihnen durch. So können Sie alle Wünsche und Unterlagen in Ihrem Tempo festhalten.

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